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Mit 17 schon erwachsen

In China auf der Planche: Lisa Gette und Julika Funke starten bei den Weltmeisterschaften der Aktiven in Wuxi Foto: Fozo Linke

In China auf der Planche: Lisa Gette und Julika Funke starten bei den Weltmeisterschaften der Aktiven in Wuxi
Foto: Fozo Linke

20.07.2018 FC Würth Künzelsau, Julien Bielenberg

Lisa Gette und Julika Funke vom Fecht-Club Würth Künzelsau gehen am Samstag bei der Weltmeisterschaft im chinesischen Wuxi auf die Planche. Warum der Bundestrainer den beiden jungen Frauen vertraut

Künzelsau/Wuxi. Alles offen. Das war die Devise vor dem letzten Qualifikationswettkampf der laufenden Saison. Deutschlands neuer Damensäbel-Bundestrainer Pierre Guichot hatte zwar bereits durchblicken lassen, dass er viel von den beiden Künzelsauerinnen Lisa Gette und Julika Funke (beide 17) hält, wollte sich im Vorfeld aber nicht festlegen. Im Juni, kurz nach dem Weltcup in Tunesiens Hauptstadt Tunis stand dann fest: Die beiden Juniorinnen bekommen ihre Chance - und zwar bei den Erwachsenen. Das ist außergewöhnlich, sind die jungen Frauen doch eigentlich noch zwei weitere Jahre in der U20 startberechtigt. “Lisa und Julika sind Ausnahmetalente und haben eine gute Saison gefochten. Sie haben es sich verdient”, sagt Dominik Behr, Sportdirektor des Clubs. Große Medaillenhoffnung mache er sich aber nicht: “Dafür fehlt ihnen noch die Erfahrung. Die sollen sie dort bekommen.” Das ist auch einer der Gründe für die Nominierung der Künzelsauerinnen. Bundestrainer Guichot will sich 2020, spätestens aber 2024 mit seinem Team für die Olympischen Spiele in Tokio beziehungsweise in Paris qualifizieren. Dafür braucht er Fechterinnen, die sich weiterentwickeln und zu einer Mannschaft zusammenwachsen.

Für die Künzelsauer Sportlerinnen sind diese Pläne aber noch weit weg. Bis vor kurzem drehten sich Funkes Gedanken um die mittlerweile erfolgreich bestandenen Abiturprüfungen. Dafür konnte sie wenigstens kurz durchschnaufen denn sie hat bereits seit ein paar Wochen keinen Unterricht mehr. Anders Gette: Für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft und am Vorbereitungslehrgang in Tokio braucht sie eine Schulbefreiung über drei Wochen. “Zum Glück haben wir mit dem Schlossgymnasium in Künzelsau einen Partner, der uns so etwas ermöglicht”, sagt Behr. Am vergangenen Dienstag ist das Damensäbel-Team von Tokio kommend in China gelandet und nutzt die drei Tage vor Wettkampfbeginn für letzte Vorbereitungen. Auch wenn die beiden 17-Jährigen zu den jüngsten Teilnehmerinnen gehören, haben sie die eigene Nervosität unter Kontrolle. “Ich mache mir da keinen Druck und versuche, das Beste zu geben”, sagt Gette. Dass ihre Gegnerinnen teils über zehn Jahre mehr Erfahrung haben, stört die Schülerin nicht: “Wenn es gut läuft, kann ich auch sehr starke Fechterinnen schlagen. Aber vor allem freue ich mich auf den Wettkampf”.

Für den FC Würth ist die Teilnahme seiner beiden Athletinnen ein großer Erfolg, denn der Verein ist kaum älter als die beiden jungen Frauen. 1999 wurde der FC gegründet und schickt nun erstmalig Sportlerinnen auf eine Aktiven-Weltmeisterschaft. Aus nur drei Klubs kommen die nominierten Säbelfechter und -fechterinnen: Dormagen (5), Künzelsau (2), Eislingen (1). Damit etabliert sich der FC endgültig zu einer festen Größe – nicht nur im Jugendsport.

“Es freut uns sehr, dass sich unsere Nachwuchsarbeit bezahlt macht und dass wir heute Fechter sogar bis in den Erwachsenenbereich entwickeln können”, sagt Behr. Das ist nicht selbstverständlich für einen Verein, der nicht über die Mittel eines Bundesleistungszentrums verfügt. Dormagen, Eislingen und Tauberbischofsheim haben ein staatliches Budget, um Spitzensportler zu fördern. Künzelsau muss das bislang aus eigener Kraft schaffen. Für Behr trotzdem kein Grund zu klagen: “Wir haben talentierte Sportler, qualifizierte Trainer, eine gute Infrastruktur und treue Sponsoren. Unser Verein wird immer besser, das sieht man ja.”


Die Ergebnisse der Aktivenweltmeisterschaften können hier live verfolgt werden.



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