

Außen warm, innen wärmer. Ungeachtet des Sommerwetters hat der deutsche Damendegen-Kader seine EM-Vorbereitung in Heidenheim absolviert..
Foto: Hubert Gentner
Drei Tage hatte der Bundestrainer angesetzt, um bei tropischen Temperaturen in den Fechthallen auf dem Galgenberg den letzten Schliff zu setzen. Das deutsche Nationalteam mit der Olympiasiegerin und amtierenden Europameisterin Britta Heidemann, der Bonnerin Imke Duplitzer sowie den beiden Heidenheimerinnen Monika Sozanska und Ricarda Multerer war mit ausgewählten Kaderfechterinnen aus dem gesamten Bundesgebiet vor Ort, damit auf hohem Niveau und in aller Konzentration die letzten Trainingseinheiten absolviert werden konnten. Wer Piotr Sozanski kennt, weiß dass er seine Degendamen mit einem ausgeklügelten Trainingsplan nicht überstrapaziert, aber dennoch die erforderlichen Reizpunkte setzt. „Das Programm war gut durchdacht“, lautet das Fazit der Olympiasiegerin, denn „ im Hinblick auf den Wettkampf darf man nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig trainieren. Bei der richtigen Trainingsintensität bleibt die Anspannung erhalten, was für uns Fechterinnen entscheidend ist.“ Heidenheims Youngstar Ricarda Multerer kann dem nur beipflichten, auch wenn sie am Ende der Trainingseinheiten etwas müde wirkt. Ricarda hatte nach den langwierigen Weltcupreisen rund um den Globus eine Erkältung verschleppt und darum muss auf sie besondere Rücksicht genommen werden. „Mittlerweile habe ich es heraus, wo meine Grenzen liegen. Das hilft mir, ein gutes Gefühl zu entwickeln, auch wenn mir die Hitze in der Fechthalle etwas mehr zu schaffen macht als den anderen.“ Sparringspartnerin Monika Sozanska sieht die hochsommerlichen Temperaturen locker und zieht den Vergleich zum Weltcup in Havanna: „Da war es noch wärmer und der Hallenboden wesentlich härter. Von daher muss man die Anstrengungen relativieren, wobei ich glaube, dass es in Leipzig in den neuen Hallen etwas angenehmer als hier sein wird.“ Bestätigt wird sie von Imke Duplitzer,, die schmunzelnd darauf verweist, dass sie selbst wohl noch einen Koffer in Leipzig habe. An die dortige Weltmeisterschaft im Jahr 2005 hat Imke Duplitzer keine positiven Erinnerungen, musste sie doch als Mitfavoritin frühzeitig gegen die Japanerin Harrada eine knappe 14:15-niderlage hinnehmen und mit Platz 33 zufrieden sein. Dieses Mal will sie es besser machen und setzt sich im Einzel das gleiche Ziel wie für die Mannschaft: das Viertelfinale. Die beiden Heidenheimer Degenfechterinnen bekräftigen das, denn sie wissen, dass eine Europameisterschaft im eigenen Land auch immer viele Angehörigen und Freunde anzieht. Für die gebürtige Polin Sozanska hat sich sogar die Großmutter aus dem osteuropäischen Nachbarstaat angekündigt. Mit Blick auf die vergangenen sportlichen Großereignisse, bei denen die Sozanskis meistens mit Medaillen glänzen konnten, ist es gut möglich, dass aus dem Besuch ein kleine Familienfeier wird.
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